Ausflug zur Nordsee

Sonntag, 12. Mai 2019, 09:00 Uhr, Segelflugplatz Dorsten: Etwa 20 Pilotinnen und Piloten sind zur morgendlichen Flugbetriebsbesprechung – dem sogenannten Breifing – erschienen und lauschen aufmerksam den Worten der ehrenamtlichen Fluglehrer Sebastian Hater und Johannes Lüning. Unter den Piloten sind Sebastian Rudolph (22) und Hendrik Berkel (23), seit mehreren Jahren aktive Vereinsmitglieder des Luftsportvereins. Es ist die Rede von Cumulusbewölkung, kräftigem Nordwind und guter Thermik. Für Laien ein Wirrwarr aus Fachbegriffen, für Segelflieger das übliche Wetterbriefing zu Beginn eines jeden Flugtages. Die dicken Fleecejacken der Piloten geben eine Vorahnung auf das, was Sebastian Hater erläutert: Während der Nacht ist eine kalte Luftmasse eingeflossen, die im Laufe des Tages durch die Sonne erwärmt wird. Diese Bedingungen lassen starke Aufwinde, also gute Thermik, erwarten.

Die beiden Piloten Sebastian und Hendrik haben bereits am Vortag die Wetterprognosen analysiert und verschiedene Flugstrecken geplant. Nach dem Briefing steht fest: Sie möchten versuchen, die ostfriesischen Inseln zu erreichen und den Flug ohne Zwischenlandung am Startort Dorsten wieder beenden. Nachdem das Flugzeug zum Start geschoben ist und die jungen Piloten letzte Vorbereitungen getroffen haben, starten sie um 11:20 Uhr. Schnell ist der erste Aufwind gefunden und der eigentliche Streckenflug kann bei Erreichen von etwa 1000 Metern beginnen. Nach 60 geflogenen Kilometern folgt die erste wichtige Entscheidung: Das Wetter im Norden verschlechtert sich, das Abdrehen in östliche Richtung scheint eine Option zu sein. Sebastian und Hendrik entscheiden sich, den Nordkurs dennoch beizubehalten und werden nach einigen Kilometern Durststrecke mit guten Thermikbedingungen belohnt. Westlich passieren sie Oldenburg und erreichen nach 250 Kilometern ihr Zwischenziel: Die Nordseeküste mit ihren sieben bewohnten ostfriesischen Inseln. Hier kehren sie ohne Zwischenstopp um und nehmen Kurs in Richtung Dorsten. Nach insgesamt knapp 500 Kilometern und 6 Stunden Flugzeit haben die beiden Piloten wieder dorstener Boden unter ihren Füßen.

Der Flugweg im OLC