Segelfliegen, das lautlose Gleiten in der dritten Dimension, belohnt mit Eindrücken, die ein Leben lang unvergesslich bleiben. Einzigartig ist die Kombination von Einzel- und Teamsport: Am Boden sind alle Teil eines Teams, ohne das jeder Flug unmöglich wäre. In der Luft dagegen können Stunden alleine verbracht werden. Segelfliegen ist eine der anspruchsvollsten Sportarten, eröffnet in vielerlei Hinsicht neue Horizonte und ist erlebbare Freiheit.
Im Luftsportverein Dorsten bieten wir Dir eine umfassende Piloten-Ausbildung im Segelflug an. Nach der Segelflugausbildung kann die Zusatzberechtigung für Motorsegler erworben werden.

Mehrere ehrenamtliche Fluglehrer sind in Dorsten für Deine Ausbildung verantwortlich. Dank dieses großen Einsatzes ist die Ausbildung für Vereinsmitglieder kostenlos; es fallen lediglich Gebühren für die Flugzeugnutzung an.

Diese Seite soll einen Überblick über die Ausbildung und den Luftsport im LSV Dorsten bieten. Weitere Fragen klären wir selbstverständlich gerne persönlich. Komm doch einfach mal am Wochenende zum Flugplatz und informiere Dich oder schicke uns eine E-Mail.

Voraussetzungen
Generell bilden wir Personen aller Altersklassen aus, die Flugausbildung kann jedoch bereits mit 14 Jahren begonnen werden. In diesem Alter darf auch schon unter Aufsicht eines Fluglehrers alleine geflogen werden, d.h. der Fluglehrer verfolgt vom Boden aus die Aktivitäten in der Luft.
Die eigentliche Pilotenlizenz kann erst ab 16 Jahren erworben werden. Um fliegen zu dürfen benötigt jede/r Flugschüler/in (und später auch Pilot/in) ein gesetzlich vorgeschriebenes flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis.
Unsere Flugzeuge sind für einen weiten Gewichtsbereich zugelassen, das Körpergewicht darf jedoch 103 kg nicht über- und 50 kg nicht unterschreiten.
Leider sind Segelflugzeuge nicht für große oder ganz kleine Piloten/innen gebaut. Interessierte mit einer Körpergröße ab 1,90 m oder unter 1,50 m sollten eine Sitzprobe mit Fluglehrer machen.
Ausbildungsdauer
Im Durchschnitt werden etwa 50-60 Starts mit Fluglehrer bis zum ersten Alleinflug benötigt. Dies wird in den meisten Fällen innerhalb der ersten Flugsaison erreicht.
Die komplette praktische Ausbildung kann in etwa drei Flugsaisons abgeschlossen werden, die theoretische Ausbildung erfolgt hauptsächlich in den Wintermonaten dazwischen.
Die Gesamtdauer der Ausbildung ist wesentlich vom eigenen Engagement abhängig: Segelfliegen ist ein relativ zeitintensiver Sport; während der Ausbildung sollte in der Flugsaison ein Tag am Wochenende fest eingeplant werden, um in der Ausbildung schnell voran zu kommen.
Ausbildungsinhalte
Die Ausbildung besteht aus zwei Bereichen. Zum einen die praktische Ausbildung während der Flugsaison am Flugplatz und zum anderen die theoretische Ausbildung, die meist im Winter in Kursen in der Umgebung abgehalten wird.

In der praktischen Ausbildung gibt es drei Prüfungen (denen jeweils eine Theorieprüfung vorangeht), in denen Du zeigen sollst, was du gelernt hast:

A-Prüfung
Sie ist die wichtigste und auch schönste der drei Prüfungen. Sie besteht aus drei Starts mit dem Segelflugzeug. Das besondere: Du fliegst zum ersten Mal allein!

B-Prüfung
Hier werden einfache Flugmanöver überprüft. Du sollst zum Beispiel die Kreisrichtung fließend wechseln.

C-Prüfung
Bei dieser Prüfung sollst Du zeigen, dass Du den Seitengleitflug – kurz „Slip“ – im Landeanflug beherrscht. Er dient zum schnellen Höhenabbau im Landeanflug.

Nach der C-Prüfung beginnt bei uns im Verein auch die Windenfahrer-Ausbildung.

Nach den drei Flugprüfungen ist der praktische Teil des Unterrichts fast abgeschlossen.
Begleitend, aber vor allem im Winter, findet der theoretische Unterricht statt, der bei der Vorbereitung auf die amtliche theoretische Prüfung bei der Bezirksregierung hilft. Zusätzlich sollte für den Flugfunkdienst ein Sprechfunkzeugnis erworben werden.

Hast Du die theoretische Prüfung bestanden, so musst Du noch einen 50 km-Streckenflug alleine durchführen. Hat Du diesen Flug gemeistert, kannst Du dich zur praktischen Prüfung anmelden. Sie besteht aus drei Flügen mit einem Prüfer. Ist dieser zufrieden mit Deinen Leistungen, erhälst Du Deine Pilotenlizenz für Segelflieger.

Lizenz – und dann?

An die Segelflugausbildung kann die Berechtigung für Motorsegler angeschlossen werden. Dafür sind einige Schulflüge, zudem ein 300km-Dreiecksflug, eine theoretische Prüfung und ein Prüfungsflug vorgeschrieben. Mit dem Motorsegler können dann neben Flügen in der Umgebung auch gezielte Touren unternommen werden. Häufige Ziele unserer Piloten sind zum Beispiel die nordfriesischen Inseln.

Im Bereich Segelflug können ganz nach eigenem Geschmack die Genussfliegerei oder der Kunst- sowie auch Streckenflug in sportlich-leistungsorientierter Weise im Vordergrund stehen. Der LSV Dorsten stellt für den Streckenflug einige leistungsfähige Flugzeuge zur Verfügung, mit denen unsere Piloten schon mehrere hundert Kilometer von Dorsten aus geflogen sind oder an Wettbewerben an fremden Flugplätzen teilgenommen haben. Unsere Fluglehrer besitzen zusätzlich eine vom Deutschen Olympischen Sportbund ausgestellte Trainerlizenz für den Leistungssport.

Kosten
Segelfliegen im Verein ist die günstigste Art, mit echten Flugzeugen Luftsport zu betreiben. Die Ausbildung im Verein ist dank ehrenamtlicher Strukturen gegenüber kommerziellen Flugschulen konkurrenzlos günstig, allerdings muss mehr Zeit und auch Arbeitskraft investiert werden.
Die Kosten hängen also stark vom eigenen Engagement bzw. der Anzahl der Segelflugstarts pro Jahr ab.
Für Flugschüler kann man mit etwa 600 – 700 Euro pro Jahr rechnen. Bis zum Erwerb der Lizenz dauert es in der Regel 2 – 3 Sommer.
Vereinsaufnahme und Beginn der Ausbildung
Du bist fest entschlossen, mit der Segelfliegerei anzufangen und erfüllst die Voraussetzungen? Hier kannst du Dich über alle benötigten Unterlagen informieren, bevor wir uns persönlich kennenlernen. Bitte keine Unterlagen ohne Rücksprache mit dem LSV Dorsten e.V. beantragen! Keine Angst vor dem ganzen Papierkram, wir stehen Dir kompetent zur Seite. 🙂

Alle 7 nachfolgend aufgeführten Unterlagen müssen bei Antragsstellung vorgelegt werden.

1. Vollständiger Aufnahmeantrag

2. Kopie Medical
Vor dem Beginn jeder Pilotenkarriere steht die Untersuchung zum flugmedizinischen Tauglichkeitszeugnis (Medical) an. Dabei stellt ein Fliegerarzt die Flugtauglichkeit fest.
Der Weg zum Medical
Liste fliegerärztlicher Untersuchungsstellen in Deutschland
Antragsformular Augenarzt (Nur bei Erstuntersuchung oder Indikation)
Antragsformular Medical
Ausfüll-Hilfe zum Antragsformular Medical

3. Ausbildungsvertrag zwischen Flugschüler/Verein/Landesverband Seiten 1 – 4
Unsere Flugschule ist (wie alle ausbildenden Vereine in NRW) eine Außenstelle der Flugschule (ATO) des Dachverbandes (DAeC LV NRW e.V.), sodass ein entsprechender Ausbildungsvertrag geschlossen werden muss.

4. Identitätsnachweis, d.h. Kopie von Personalausweis oder Reisepass

5. Straffreiheitserklärung (Nichtzutreffendes streichen)

6. Auszug aus dem Fahreignungsregister (auch bei Minderjährigen, Antrag mit einer weiteren Kopie des Perso ans KBA schicken und den erhaltenen Auszug uns einreichen)

7. Zustimmungserklärung der gesetzlichen Vertreter (nur bei Minderjährigen)

Baustunden
baustundenUm die Mitgliedbeiträge so gering wie möglich zu halten, muss jedes Vereinsmitglied sogenannte Baustunden ableisten. Das bedeutet, dass jedes aktive Mitglied verpflichtet ist, eine bestimmte Anzahl an Arbeitsstunden am Flugplatz zu verrichten.

Durch unseren eigenen Flugplatz mit Gebäuden und Flugzeugen gibt es immer etwas zu tun, aber in der Regel belaufen sich die Baustunden auf nur ca. 50 Stunden im Jahr. Die Arbeiten, die während der Baustunden geleistet werden können sind durchaus unterschiedlich. Die einen leisten ihre Baustunden etwa in der Werkstatt des Vereins ab und führen im Winter die Flugzeugwartung durch. Andere arbeiten an den Gebäuden, den Grünanlagen und dem Campingplatz und halten den Bewuchs klein. Zu den Baustunden zählen alle Tätigkeiten, die für den Erhalt des Flugzeug- und Maschinenparks und des Geländes nötig sind.

Da immer mehrere Leute zusammenarbeiten und wir uns alle gut verstehen ist das Arbeitsklima sehr gut und es wird viel gelacht.

Schülerfluggemeinschaft
sfg1Zusammen mit dem St. Ursula Gymnasium in Dorsten unterhält der LSV Dorsten eine Schülerfluggemeinschaft (SFG).
Der LSV Dorsten zeichnet sich dabei für die Durchführung des Schulsportes bezüglich der Pilotenausbildung verantwortlich: Wir stellen die notwendigen Geräte und Einrichtungen wie z.B. das Fluggelände und die Segelflugzeuge zur Verfügung und unsere Fluglehrer übernehmen die theoretische und praktische Ausbildung.
Ansprechpartner am St. Ursula Gymnasium sind die Protektorinnen Joana Schindel und Verena Schürmann.
Webseite der Schülerfluggemeinschaft